LICHTER Begleitprogramm 2015 –
WIR sprechen über Geld!

Jeder will es haben, keiner will darüber reden – Geld ist ein Tabu. Gerade deshalb haben wir „Geld” zum Dreh- und Angelpunkt des LICHTER Begleitprogramms 2015 gemacht. In Vorträgen, Talks, Performances und experimentellen Formaten laden wir unser Publikum ein, sich auch außerhalb der Kinosäle mit Armut und Reichtum, Kapitalismus und Kapitalismuskritik, mit Film und Filmfinanzierung auseinanderzusetzen. Wir wollen allen Ernstes die Systemfrage stellen und zugleich spielerisch über unseren täglichen Umgang mit Geld nachdenken. Wir wollen herausfinden, warum Geld ein solches Spektakel ist, und die Inszenierung von Geld in Kunst und Alltagsmedien ausloten. Wir freuen uns auf eine Führung durch die Hauptverwaltung der Bundesbank in Hessen und eine Gesprächsrunde über die Geldtheorien von Frankfurts berühmtestem Sohn Johann Wolfgang von Goethe. Nicht zuletzt diskutieren wir die Strukturveränderungen auf dem Filmmarkt und fragen, wo Frankfurt als Filmstadt steht und stehen könnte… .


Details zu unseren Talks und Vorträgen sowie etwaige Programmaktualisierungen finden Sie an dieser Stelle. Der Blick lohnt!

Geld: System – Krise – Alternativen

Gesprächsrunde

Mittwoch // 18. März 2015 // 19 Uhr // Festivalzentrum (Goethe-Haus)
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich!


Vertreter und Kritiker des herrschenden Geldsystems stehen sich zunehmend ratlos gegenüber. Nirgends wird das so deutlich wie in Frankfurt. Bank-Manager und Euro-Hüter verschanzen sich aus Sicht vieler Bürger in ihren gläsernen Türmen und huldigen einem ewigen „Weiter so“. Zugleich formiert sich auf den Straßen Widerstand, der vielen Systemvertretern diffus und weltfremd scheint. Dialog tut Not. Und das dringender denn je. Denn es geht um nicht weniger als den Fortbestand eines friedlichen Europas und die Entwicklung einer gerechteren Weltordnung. Doch die Aufgaben sind gewaltig: Wie kann ein System stabilisiert werden, in dem Privatbanken mit minimalem Eigenkapital Unsummen fiktiven Kreditgeldes schöpfen und in dem Spekulanten ihre Risiken häufig einfach auf die öffentliche Hand abwälzen können? Wie müsste eine Politik aussehen, die Demokratie und Mitbestimmung stärkt und schwächere Staaten nicht immer tiefer in die Verschuldung treibt? Wie kann privates globalisiertes Wirtschaften mit Gemeinwohlorientierung, Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit in Einklang gebracht werden? Über den Zustand des Geldsystems, die wahren Gründe für die Krise und mögliche Alternativen zur bestehenden Ordnung diskutieren ausgewiesene Experten und originelle Querdenker.

Gesprächsgäste:
- Dr. Friederike Habermann, Volkswirtin, Autorin, Aktivistin und freie Akademikerin und erforscht Möglichkeiten eines nichtkapitalistischen Wirtschaftens
- Christian Felber, Mitgründer von Attac Österreich, Autor zahlreicher Publikationen zum Thema “Geld” und zur Idee einer “Gemeinwohl-Ökonomie”
- Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln, Professorin für Makroökonomie und Entwicklung, House of Finance und Exzellenzcluster „Normative Orders“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
- Dr. Thomas Mayer, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Gründer einer interdisziplinären Denkfabrik und Autor von “Die neue Ordnung des Geldes – Warum wir eine Geldreform brauchen”

Moderation: Corinna Budras, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

in Kooperation mit dem Exzellenz-Cluster “Normative Orders” der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die ZAV-Künstlervermittlung – Film Fernsehen stellt sich vor

Infoveranstaltung // Branchentag

Freitag, 20. März // 16:00 Uhr // Festivalzentrum (Foyer Cantate-Saal)
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich!

Die Zentrale Auslands-und Fachvermittlung – ZAV ist der Spezialdienstleister der Bundesagentur für Arbeit in der internationalen Vermittlung und für spezielle Facharbeitsmärkte. Eine Abteilung der ZAV Künstlervermittlung ist die Stab / Technik Abteilung für den Bereich Film / Fernsehen.

Professionelle Herstellungsleiter, Produktionsleiter und Assistenten, Aufnahmeleiter, Filmgeschäftsführer, Script – Continuity, Kameraleute und Assistenten, Oberbeleuchter, Tonmeister und Assistenten, Szenenbildner – Requisiteure, Kostümbildner – Assistenten – Garderobieren, Maskenbildner und andere Stab-/Technik-Positionen werden durch die Abteilung Stab / Technik in Film – und Fernsehproduktionen vermittelt.

Sybille Steinfartz, die Vermittlerin Stab/Technik in Köln stellt die Arbeit der ZAV vor. Sie berät, betreut und vermittelt Fachpersonal in Film- und Fernsehproduktionen in NRW und ist auch für Hessen zuständig. Die Veranstaltung ist als Informationsangebot für alle Filmschaffenden gedacht.

Mit:
Sybille Steinfartz, Vermittlerin Stab / Technik Film Fernsehen

Kooperationspartner: Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH

Das Kino nach dem Kino: Film und neue Wege der Distribution

Camilo Brau

Freitag, 20. März // 17:30 Uhr // Festivalzentrum
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich!


Die Digitalisierung hat die Medienlandschaft und das Nutzerverhalten stark verändert. Vor allem den Filmmarkt stellen neue Verbreitungs- und Abspielverfahren vor große Herausforderungen. Längst sind Streaming-Plattformen zu einem veritablen Marktfaktor geworden: Immer mehr Filmemacher erkennen in den neuen Distributionskanälen eine Chance, sich von großen Verleihern unabhängig zu machen. Wie sieht die Filmdistribution der Zukunft aus? Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf Produzenten, Verleiher, Disponenten und Kinobetreiber und die Dynamik zwischen ihnen? Die Gesprächsrunde diskutiert den Strukturwandel der Filmindustrie im internationalen Vergleich.

Gäste:

  • Jörg van Bebber, Drop-Out Cinema eG
  • Thomas Frickel, AG Dok e.V.
  • Natalie Gravenor, EYZ Media GmbH
  • Arne Höhne, Piffl Medien GmbH

Moderation: Jan Tussing, hr info

Kooperationspartner: Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, hr info

Geld als Spektakel

Mark Wagner, Three Season Triptych, o. J. r/e collection, © Mark Wagner / ausgestellt im Museum Sinclair-Haus

Gesprächsrunde, mit Film- und Bildbeispielen

Freitag, 20. März 2015 // 19 Uhr // Festivalzentrum (Goethe-Haus)
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich!


Von der Traumfabrik Hollywood über Fernsehserien bis hin zu Product-Placement und Werbeanzeigen – Geld und seine Materialisierungen sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Selbst die Darstellung der Abwesenheit von Geld lehnt sich in Spendenmarathons und -anzeigen an die Verfahren der Inszenierung von Reichtum und Vermögen an. Die Gesprächsrunde diskutiert die mediale Schau von Geld und Luxus anhand von Genres wie Film, Kunst, Theater und Werbung. Dabei analysiert sie die Inszenierung eines zentralen Heilsversprechens des Kapitalismus: Glück kaufen zu können.

Wir fragen:
- Gibt es eine Ästhetik oder Sprache des Geldes in Film und Medien? Wie lässt sie sich beschreiben?
- Welche Besonderheiten weist die Inszenierung von Armut und Reichtum auf?
- Worin liegt die Faszination, Geld und Reichtum zu betrachten? Welche Bedürfnisse und Wünsche werden beim Publikum geweckt? Welche Sehnsüchte angesprochen?
- Welche Werte werden vermittelt?

Mit:

  • Prof. Dr. Thomas Hecken, Professor für Neuere deutsche Literatur, Universität Siegen / Redakteur der Zeitschrift „Pop. Kultur und Kritik“
  • Dr. des. Esther Ruelfs, Kuratorin der Ausstellung “Fette Beute”/ Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
  • und anderen Gästen

Money Island – AGORA reloaded

Ein interaktiver Gesprächsparcours rund um Spiel.Geld.Diskurs.

Samstag, 21. März 2015 // 15-19 Uhr // Festivalzentrum (Cantate-Saal) // Eintritt: 5 Euro
Letzter Einlass um 18.30 Uhr!
Bringen Sie mindestens eine Stunde Zeit mit auf die MONEY ISLAND!
Keine Anmeldung erforderlich: Devisentausch findet vor Ort statt!


Was wäre das Äußerste, das Sie für Geld tun würden? Können Sie sich eine Welt ohne Geld vorstellen? Was würden Sie tun, wenn ich mit 1 Million Euro zu Ihnen käme oder wenn Sie vor dem finanziellen Ruin stünden? Kann man ohne Geld leben? Wie? Warum gibt es Zuckertütchen überall kostenlos?

Bringen Sie Ihre persönlichen Fragen mit auf unsere interaktive Money Island! Ob als Glücksspieler oder Kunde, Wahrheitssucher oder Alltagsexperte: Treten Sie ein in ein in die verführerische Welt des Geldes. Hier erwarten Sie Glücksspiele wie das Frankfurter Roulette, Schätzaufgaben und kuriose Geldgeschichten. An Gesprächsstationen können Sie Mönche, Finanzethiker, oder Investmentbanker befragen. Persönlichkeiten aus allen möglichen Geldzusammenhängen stehen Ihnen je zehn Minuten für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Treten Sie in den Dialog ein und stellen Sie Fragen, die Ihnen schon immer unter den Nägeln brennen!

Gespräche und Spiele sind natürlich nicht umsonst: Zuckertütchen, die Sie am Eingang für 5 Euro erwerben, werden zum Spekulationsobjekt und Tauschmedium. Alles auf Zucker? Sparen oder Ausgeben? Spaß oder Gespräch? Sie sind am Zug!

Zum kompletten Programm von Money Island >>

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Money Talks. Im Schatten der Türme

Eine Performance Noir von Arty Chock

Dämmerung – Aufgewacht, der Schädel schmerzt, totaler Filmriss. Alltag im Leben des heruntergekommenen Privatdetektivs Spencer Lux. Plötzlich klingelt das Telefon und auf eine Nacht, an die er sich nicht erinnert, folgt eine, die er nie vergessen wird. Money Talks ist ein Audiowalk im Stil des film noir. Auf der Spur des Geldes streifen Sie auf sich allein gestellt durch Frankfurts Unterwelt und treffen an obskuren Orten auf skurrile Gestalten. Bald kommen Zweifel auf: sind Sie etwa im falschen Film gelandet? Part mystery, part theory, parts missing.

Mit: Thomas Bartling / Fanti Baum / Anselm Buder / Leon Gabriel / Lisa Gehring / Moritz Gleditzsch / Kim Glück / Florian Heller / Karl Kiesel / Luca Killer / Susanne Klüber / Sophie Osburg / Julia Schade / Christian Schuller / Tim Schuster / Tom Uhlig / Marten Weise
Stimme Spencer Lux: Eric Lenke

17.-22.03.2015 individuelle Startzeiten zwischen 18 Uhr und 22 Uhr
Tickets gibt es hier
weitere Informationen nach dem Ticketkauf
Dauer: ca. 2 Stunden ab 18 Jahren
Preis: 15,- erm./22,- norm./1,- Frankfurtpass


Mit freundlicher Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung
Arty Chock dankt Brown-Forman – Woodford Reserve

Programmhinweis:

Die Kunstführung Frankfurt//Goethe//Geld am 18. März in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hessen muss aus Sicherheitsbedenken leider entfallen!