Marija

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Kategorie: Zukunft Deutscher Film
Vorstellung: Sonntag, 02. April 2017, 17:00 Uhr , Mousonturm // Saal

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(Drama, D 2016), dt./ russ. OmdU, 100 min.Regie: Michael Koch
Darsteller: Margarita Breitkreiz, Georg Friedrich, Sahin Eryilmaz, Olga Dinnokova
Kamera: Bernhard Keller
Produktion: Katja Christochowitz
Drehbuch: Michael Koch, Juliane Großheim

Aus der Perspektivlosigkeit der ukrainischen Provinz ist Marija nach Deutschland gekommen, um ihren Traum von einem eigenen Friseursalon zu verwirklichen. Mit aller Härte ordnet sie ihre sozialen Beziehungen und persönlichen Gefühle ihrem Ziel unter.

Marija kann sich ihr runtergekommenes Zimmer nicht mehr leisten. Als sie sich mit ihrem Vermieter Chem als dessen Konkubine und Begleitung arrangiert, wird sie Teil seiner Geschäftemacherei in Dortmunds Migrantenmilieu. Ein normaler Job ist für sie keine Option. Zu lange würde es dauern, um aus dem Elend herauszukommen. So füllt sie gegen Geld Formulare für andere Illegale aus, begleitet sie zum Arzt und dolmetscht. „Wenn Du sie nicht abziehst, ziehen sie dich ab“ – die Nordstadt funktioniert so. Vertrauen und Gemeinschaft scheinen unter den harten Bedingungen Mangelware zu sein. Für alles muss man zahlen. Und Marija braucht Geld, um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen. Für das ersehnte Ladengeschäft stellt sie auch ihren Körper zur Verfügung. Erst als Marija den Bauunternehmer Georg in Chems windigen Dunstkreis kennenlernt, bröckelt ihr rücksichtsloser Wille. Ist es Mitgefühl oder die Sehnsucht nach Nähe? Plötzlich ist sie zwischen den Begehrlichkeiten verschiedener Männer gefangen. Doch Abhängigkeit ist gar nicht Marijas Ding. Bei aller Kälte und Distanz erzeugt derneorealistische Stil des Regisseurs Michael Koch eine große Sogwirkung.

Das authentische Porträt des migrantischen Mikrokosmos lief 2016 beim Locarno Film Festival. Bei LICHTER ist der Film Teil der neuen Reihe zur Zukunft des Deutschen Films mit dem das Festival den Zustand des deutschen Filmschaffens abfragt.


„Im nüchternen Stil der Dardennes-Brüder zeigt der Schweizer Michael Koch in seinem ersten Spielfilm das Immigranten-Prekariat am Beispiel Dortmunds eindrücklich und detailgetreu.“ – outnow.ch

“An incisive, confidently unsentimental debut feature for writer-director Michael Koch, this steel-cut slice of life persistently avoids easy ethical dichotomies.” – Guy Lodge, Variety