LICHTER Art Award 2015

Der LICHTER Art Award konnte erneut Videokünstlerinnen und Filmemacher aus aller Welt begeistern und eine zunehmende Verschmelzung der beiden Disziplinen feststellen.

2015 konnte Jonathan Van Essche mit seiner Arbeit The Second of August (2014) den begehrten Preis für sich gewinnen. Er darf sich über den mit 1.000 Euro dotierten Preis sowie den begehrten LICHTER Bembel freuen.

Für die 5. Ausgabe des LICHTER Art Awards wurden über 120 Werke eingereicht, soviel wie nie zuvor. Die Qualität und Bandbreite der ausgewählten Werke – von investigativen Geschichten über Dinosaurier bis zu intellektuell aufgeladenen, performativen Arbeiten – geben einen Einblick in aktuelle Strömungen der Videokunst. Die Arbeiten der fünf Finalistinnen und Finalisten sind über die gesamte Dauer des Festivals in einer Ausstellung zu sehen.

Van Essches Arbeit und die der anderen 4 Finalistinnen, Ayla Pierrot Arendt (Deutschland) „GESPIELIN“ (2014), Mandy Krebs (Deutschland) “Heritage Creek” (2014), Alina Vasilchenko (Russland) „I Like Going To Pet Stores“ (2014), Anna Zett (Deutschland) “This Unwieldy Object” (2014) werden über den Zeitraum des Festivals täglich zu sehen sein.

Die Jury 2015

Katharina Dohm ist seit 2007 Kuratorin an der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt. Sie kuratierte zahlreiche Ausstellungen internationaler Künstler wie Peter Doig, Bettina Pousttchi oder Philip-Lorca diCorcia. Darüber hinaus ko-kuratiert sie seit 2012 die Reihe Double Feature, eine Plattform für Film- und Videokünstler.

Tasja Langenbach übernahm 2012 die künstlerische Leitung der Videonale – Festival für zeitgenössische Videokunst im Kunstmuseum Bonn. Neben verschiedenen Film- und Videoprogrammen ko-kuratierte sie von 2009-2014 das Filmprogramm See the Sound bei SoundTrack_Cologne.

Saul Judd, freier Kurator in Frankfurt, zeichnet verantwortlich für die Videokunst-Sektion bei LICHTER. Im Rahmen des Festivals konzipierte er Ausstellungen mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Keren Cytter und Mike Bouchet, bis er 2011 den Art Award initiierte. Eines seiner letzten Projekte ist BLANK SLATE, eine Publikation über Kunst, Architektur und Design.

Der Preisträger 2015: JONATHAN VAN ESSCHE – The Second of August

JONATHAN VAN ESSCHEs Film The Second of August (2014) gibt uns die Möglichkeit, eine Bilderwelt in Reinform zu genießen, losgelöst von einer Intention. Die Szenerie ist klar und erfreut unsere Sinne. Ein Portrait von Ereignissen welche überall stattfinden könnten, ob in der Realität oder nur in unseren Köpfen. Van Essche lebt in Antwerpen, wo er 2014 von der LUCA School of Arts graduierte. The Second of August wird bei LICHTER seine Deutschlandpremiere feiern.

Die Finalistinnen

Nähere Informationen zu den anderen vier Finalistinnen.

Anna Zett – This Unwieldy Object

ANNA ZETTs Videoarbeit This Unwieldy Object (2014) nimmt uns mit auf eine Reise in eine Welt zwischen Fiktion und Fakten, Theorie und Praxis, in der Dinosaurier noch immer eine wichtige Rolle spielen. Sie enthüllt zweifelhafte Informationen der Vergangenheit und Gegenwart und wagt einen Blick in die ungewisse Zukunft. Zett is eine Filmemacherin und Schriftstellerin, die ihre Schriften durch Essayfilme komplementär ergänzt. Die gebürtige Leipzigerin lebt in Berlin, wo sie ihren M.A. an der Humboldt-Universität zu Berlin erhalten hat.

Mandy Krebs – Heritage Creek

MANDY KREBS’ Videoinstallation Heritage Creek (2014) ist eine Visualisierung der Realität von Einwohnern einer kleinen us-amerikanischen Gemeinde, die aufgrund einer Vergrößerung des lokalen Flughafens komplett umsiedeln musste. Krebs graduierte 2012 von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Sie ist in Magdeburg geboren und arbeitet zurzeit in Berlin.

Ayla Pierrot Arendt – Gespielin

AYLA PIERROT ARENDTs performative Videoarbeit GESPIELIN (2014) erkundet die vielfältigen Mittel und Wege von Video, Realität in Fiktion zu verwandeln. In ihrer Praxis werden verschiedene Themen wie Feminismus und die Kluft zwischen Prozess und Produkt diskutiert. Arendt erhielt ihren Abschluss in Malerei von der Akademie der bildenden Künste Wien und macht zur Zeit einen zusätzlichen Master in Choreographie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Die gebürtige Münchnerin wohnt in Frankfurt am Main.

ALINA VASILCHENKO – I Like Going To Pet Stores

ALINA VASILCHENKOs Mischung aus Film- und Videoarbeit I Like Going To Pet Stores (2014) ist ein poetischer, den Zeitgeist treffender Blick auf einen fiktionalen Charakter, der uns die Verschmelzung von Fiktion und Realität im digitalen Zeitalter zeigt. Er flüchtet sich in Illusionen und Träume, um der brutalen Realität zu entkommen. Vasilchenko ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie studierte in den legendären Mosfilm-Studios in Moskau, wo sie zur Zeit lebt.