LICHTER Freiluftkino // ZUGABE

Wir setzen noch einen drauf!

Hach, schön war’s dieses Mal im Freiluftkino! Das Wetter war uns bis auf wenige Ausnahmen wohl gesonnen, die Kulisse mit dem FOUR im Innenhof des ehemaligen Deutsche Bank Komplexes eine wirklich einmalige Kulisse und ja, selbst beinahe umstürzende Kräne konnten das Kinovergnügen nicht trüben. Wie also schon Schluss machen?

Für alle Cineasten, die vom Filmvergnügen unter freiem Himmel nicht genug bekommen können, haben wir noch eine kleine aber feine Zugabe parat. Los geht’s heute Abend, Donnerstag, den 03. August mit Hell or High Water. Es folgen Woody Allens Café Society und der Oscar-Abräumer Manchester by the Sea. Die Eckdaten bleiben die gleichen. Los geht’s im FOUR (Große Gallusstraße 10-14) ab 19 Uhr, Filmbeginn bei Einbruch der Dunkelheit, ca. 21:30 Uhr.

Wir freuen uns auf euch!

Hell or High Water

Was für ein Brett!
Mit „Hell or High Water“ gelingt David Mackenzie eine fulminante Reflektion über den wirtschaftlichen Ist-Zustand Amerikas in Form eines Westerns, der seine Geschichte ungewohnt mitreißend erzählt, fantastisch bebildert, musikalisch immer wieder erhitzt. Ein Bankräuber-Film, der so souverän Verbrechen, Liebe und Angst miteinander verschachtelt, sie gegeneinander ankämpfen lässt und daraus ein zeitloses Drama entwirft, gehört zum Besten und Überraschendsten, was dieses Kinojahr bisher anzubieten hat. 
Oh Brother, „Bonnie und Clyde“ sind wohl nicht mehr allein Maß aller Dinge…

(Regie: Davie Mackenzie, USA 2016, 102 min.)

Café Society

Und wieder mal ein fast beiläufiger Geniestreich Woody Allens, der vollkommen zu Unrecht von Kritik und Publikum nur wenig Beachtung erfuhr. Seine Hommage an Hollywood – die 1930er, natürlich auch immer wieder New York, die Gauner, die Stars, die Partys der feinen Gesellschaft – ist bemerkenswert leichtfüßig und angenehm unangestrengt inszeniert. Eine detailreiche Zeitreise und dazu ein perfekter Drink – und vor allem: Jesse Eisenberg und Kristen Stewart sind das bezauberndste Leinwandpaar dieser Kino-Saison. Schöner kann Scheitern nicht aussehen. Man wäre fast geneigt zu behaupten, Woody Allen hätte hiermit irgendwie ein noch besseres „La La Land“ entworfen. Aber das traut man sich ja kaum… 
Zumindest: ein beschwingend melancholischer Freiluftkino-Genuss!

(Regie: Woody Allen, USA 2016, 96 min.)

Manchester by the Sea

Die Szene des Filmjahres: Michelle Williams und Casey Affleck treffen sich zufällig auf der Straße. Nach einer sehr langen Zeit und auch erst nach einer entsprechenden Laufzeit des Films. Nun ja. In diesen dann folgenden knapp vier Minuten verdichtet sich „Manchester by the Sea“ auf seine Essenz. Und zeigt etwas, das man so nur ganz selten im Kino erleben kann: Zwei Schauspieler auf dem Zenit ihres Schaffens, eng miteinander verbunden und trotzdem vollkommen für sich – in sich gekehrt, beinahe wortlos. Vier Minuten, die ihre Vergangenheit und ihre Zukunft im Jetzt verbinden. Und das Thema des Films. Tieftraurig, herzzerreißend, befreiend schön. Ein würdiger Abschluss, mit einer Brise wildester Wehmut.

(Regie: Kenneth Lonergan, USA 2016, 137 min.)