© Dieter Mayr

Schirmherrin Doris Dörrie

Trommelwirbel und Fanfaren! Nach Volker Schlöndorff, Leander Haussmann und Edgar Reitz übernimmt in diesem Jahr eine der erfolgreichsten deutschen Regisseurinnen die LICHTER-Schirmherrschaft. Mit ihrem Schaffen beleuchtet Doris Dörrie immer wieder ein Thema, das auch in der LICHTER-Jubiläumsausgabe im Mittelpunkt steht: die Wahrheit. Mit Filmen wie Männer, Ich und Er, Bin ich schön?, Kirschblüten – Hanami und Glück ebnete sie nicht nur vielen begabten Frauen den Weg ins Filmgeschäft, sie beweist auch immer wieder eindrucksvoll, wie gut Mainstream-Kino und inhaltlicher Anspruch zusammengehen. Vorhang auf für eine spannende Persönlichkeit:

Doris Dörrie ist ein echtes Multi-Talent. Sie führt Regie, produziert, unterrichtet und schreibt Bücher. Ihre Filme sind Kassenschlager die zeigen, welches Potenzial im deutschen Kino steckt. Dabei sind sie alles andere als gewöhnlich. In ihren Geschichten bricht Doris Dörrie mit Tabus und bringt uns dazu, zwischen den Zeilen zu lesen. Ihr Thema ist das Zwischenmenschliche, aus dessen vermeintlicher Alltäglichkeit sie subtil das Besondere herauskitzelt. Egal ob es das Thema Liebe im Alter (Kirschblüten – Hanami) betrifft oder die Frage, wie weit wir für eine andere, geliebte Person gehen würden, Dörries Figuren leben für den Augenblick. Der emotionale Ausnahmezustand schwingt dabei permanent mit. Nicht selten brodelt es gewaltig unter der scheinbar so gewöhnlichen Oberfläche, bis es schließlich zum unausweichlichen „Knall“ kommt. Genau das ist es, was die Filmemacherin nach all den Jahren noch immer antreibt, wie sie in Interviews gerne verrät.

Die Liebe zum Film entdeckte Doris Dörrie schon früh. Nach der Schule zog es sie 1973 in die USA, wo sie zunächst in Kalifornien und später in New York Film studierte. Zurück in Deutschland schrieb sie sich 1975 an der Hochschule für Film- und Fernsehen ein. Parallel arbeitete sie als Redaktionsassistentin und Filmkritikerin für die Süddeutsche Zeitung. Mit dem ursprünglich als WDR-Fernsehproduktion geplanten Film Mitten ins Herz gelang Dörrie schließlich der Durchbruch. Die Geschichte um die 22-jährige Kassiererin Anna Blume mit Beate Jensen und Josef Bierbichler in den Hauptrollen beeindruckte so sehr, dass sie kurzerhand bei den Filmfestspielen von Venedig über die Leinwand flimmerte und beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis den Publikumspreis sowie einen Förderpreis abräumte. Ihre beiden Filmkomödien Männer (1985) und Ich und Er (1988) machten sie in Deutschland schließlich endgültig bekannt.

Seit 1997 unterrichtet Doris Dörrie als Professorin für Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Außerdem hat sie verschiedene Sachbücher, Romane und Kinderbücher veröffentlicht. An der Staatsoper Berlin inszenierte sie verschiedene Opern, darunter Cosi fan Tutte, für deren ungewöhnliche Inszenierung sie von Kritikern und Presse hochgelobt wurde.

Wir freuen uns, Doris Dörrie anlässlich des 10. LICHTER Filmfests in Frankfurt zu begrüßen.