© The Queen of Versailles - Courtesy of Magnolia Pictures; Photo Credit: Roxanne Lowit

LICHTER und das liebe Geld

LICHTER und das liebe Geld

Staatsbankrott, Luxusleben, Konsumkultur – zur 8. Ausgabe des LICHTER Filmfests nehmen wir den schnöden Mammon ins Visier und präsentieren im Rahmen unseres diesjährigen Themenschwerpunkts “Geld” internationalen Langfilmprogramms bewegende neue Filme über Armut und Reichtum, Haben und Sein sowie Wachstum und Krise. Wie gewohnt begleitet natürlich auch ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, Talks, Performances und experimentellen Formaten die Filmschau.

Die aus etwa 15 Filmen bestehende Reihe neuer Werke umspannt vom Dokumentarfilm im Stil des Direct Cinema bis zur politischen Farce eine große Bandbreite an Genres. Dem Zuschauer eröffnen sich globale, persönliche, politische und kulturelle Perspektiven. Eine der programmatischen Leitfragen des Programms lautet: “Kann man im Kapitalismus glücklich sein?”

Ein Double-Feature nimmt das Schicksal junger Griechen nach dem Staatsbankrott in den Blick. Das ruhige, melancholische Drama “Queen Antigone” des Jungregisseurs Télemachos Alexiou feiert zudem Deutschlandpremiere bei LICHTER. Der Film adaptiert die Geschichte der Antigone aus der griechischen Mythologie und verhält sich dabei komplementär zu „A Blast“ von Syllas Tzoumerkas. In dem starken, temporeichen Stück kämpft die Hauptdarstellerin Angeliki Papoulia um das Überleben in ihrer am Boden liegenden Heimat.

Nach der Weltpremiere auf der Berlinale präsentiert Regisseur Peter Kern, das Enfant Terrible des österreichisch-deutschen Films, bei LICHTER sein Werk „Der letzte Sommer der Reichen“ – ein bestechender und erwartungsgemäß provokanter Film um Macht und Missbrauch, Sex und Gewalt, Überfluss und Verarmung; in den Hauptrollen Amira Casar und Winfried Glatzeder.

Von der US-amerikanischen Filmemacherin Lauren Greenfield, die sich als Fotografin und Regisseurin seit Jahren mit den Themen Reichtum, Geld und Jugend auseinandersetzt, laufen zwei Filme im Programm: Die Dokumentation „The Queen of Versailles“ ist das mehrfach preisgekrönte Porträt eines milliardenschweren Ehepaars, dessen Traum vom Luxusanwesen durch die globale Wirtschaftskrise ein jähes Ende findet. Im Kurzfilm „Kids+Money“ philosophieren Jugendliche über Geld, materielle Werte und Konsumkulturen.


Internationale Dokumentar- und Spielfilme zum Thema „Geld“ – Ein Auszug:

A Blast
(Regie: Syllas Tzoumerkas, GR/D/NL 2014, 83 min)
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Der letzte Sommer der Reichen
(Hessenpremiere, Regie: Peter Kern, AU 2015, 90 min)

Kids + Money
(Deutschlandpremiere, Regie: Lauren Greenfield, USA 2008, 33 min)

Queen Antigone
(Deutschlandpremiere, Regie: Telémachos Alexiou, GR/D 2014, 96 min)
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The Queen of Versailles
(Regie: Lauren Greenfield, DK/GB/NL/USA 2012, 100 min)
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Über Geld spricht man nicht – außer bei LICHTER: Das Begleitprogramm

Auch fernab der Kinosäle bietet LICHTER die Möglichkeit, sich eingehend mit dem Thema „Geld“ auseinanderzusetzen. Wie gewohnt laden wir auch 2015 zu Filmvorträgen, Talks, Performances und experimentellen Formaten ein: Die Gesprächsrunde „Geld: System – Krise – Alternativen“ geht am Mittwoch, den 18. März den sozioökonomischen Aspekten des Geldes auf den Grund. Das Wort haben Experten wie Christian Felber, Autor und Mitbegründer von Attac Österreich und Dr. Thomas Mayer, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank, die monetäre Krisen, Tauschsysteme und alternative Währungen für uns greifbar machen wollen.

Unter dem Titel „Geld als Spektakel“ beschäftigen wir uns am Freitag, den 20. März außerdem mit der medialen Inszenierung von Reichtum und Luxus. Das Film-Kultur-Festival wirft einen Blick darauf, wie Geld im Film und anderen Medien inszeniert wird – und wie es in Zeiten von Netflix und engen Kulturbudgets um die Finanzierung von Filmen bestellt ist.

Ein Höhepunkt des Begleitprogramms sind die beiden Performances „Money Island“ und „Money Talks”: Money Island verwandelt am Samstag, den 21. März das LICHTER Festivalzentrum in einen Spiel- und Gesprächs-Parcours. Im Stil des Film noir bietet Money Talks in Kooperation mit der KünsterInnengruppe Arty Chock vom 17.-22. März jeden Abend Audiowalk-Touren durch die Frankfurter Innenstadt auf der Spur des Geldes.