LICHTER STREETVIEW

Bewegtbild bewegt sich: Abenteuerspielplatz für alle!

Bitte beachten sie den geänderten Ort und die geänderten Zeiten: Samstag, 23. März 2013; 19:30 – 22:00 Uhr, Festivalzentrum VAU, Mainzer Landstr. 23

Schnelle Netze, Smartphones und Tablet-PCs – die Auswirkungen der digitalen Revolution verändern alle Bereiche unseres Alltags, unsere Sehgewohnheiten und unsere Wahrnehmung des öffentlichen Raumes. Schülerinnen, die ihre neuesten YouTube-Entdeckungen auf dem Pausenhof an die Hauswand projizieren, Touristen, die mit der Google Brille die Stadt erkunden, allgegenwärtige öffentliche Großbildschirme mit Werbung oder Informationsfetzen, 3D-Kino: wir stehen erst am Anfang der Möglichkeiten bewegter Bilder. Wir werden zukünftig mehr denn je fotografieren, filmen, holografieren und archivieren – und je mehr diese Techniken Teil unserer alltäglichen Erfahrungen werden, desto einschneidender wird sich nicht nur unser Leben, sondern auch unsere Gesellschaft verändern.

Passend zum diesjährigen Themenschwerpunkt „Stadt“, nutzt LICHTER die mediale Vielfalt, um Teile der Frankfurter Innenstadt mit Projektionen zu beleben und urbane Orte kreativ in den Fokus zu rücken: Für LICHTER Streetview entwickeln ausgewählte internationale Künstlerinnen und Künstler – darunter die Züricher !Mediengruppe Bitnik, On/Off Network aus Berlin sowie das NODE – Forum for Digital Arts aus Frankfurt – Arbeiten, die Kino, Bewegtbild und Projektion in die Stadt tragen.

Filmemacherinnen, Architekten, Kinomacherinnen, Künstler, Street- und Urban Art-Aktivistinnen sind dazu eingeladen, sich von diesem Konzept anregen zu lassen und ihre Ideen im Rahmen des LICHTER Filmfest Frankfurt International zu verwirklichen. Ob klassischer Erzählfilm oder experimentelles Format, spielt dabei keine Rolle – im Zusammenspiel mit den übrigen Projekten wird das bewegte Bild zwei Tage lang zu einem öffentlichen Ereignis.

Aktuelle News und Eindrücke zu LICHTER Streetview gibt es außerdem auf dem Blog zum Projekt:

http://lichterstreetview.wordpress.com/

!Mediengruppe Bitnik: Surveillance Chess

In ihrer Arbeit Surveillance Chess setzt sich die !Mediengruppe Bitnik mit der Überwachung des öffentlichen Raums auseinander. Dabei nutzen sie einen Störsender, um sich in Überwachungssysteme zu hacken und deren Bildproduktion zu manipulieren. Statt der in Echtzeit übermittelten Überwachungsbilder wird dem Sicherheitspersonal ein freundliches Angebot unterbreitet: Wie wäre es mit einer Partie Schach? Surveillance Chess transformiert den Monitor im Kontrollraum zur Videospielkonsole und lädt die – sonst unsichtbaren und teilnahmslosen – Überwacher der urbanen Spielfelder dazu ein, selbst einmal mitzuspielen. So werden die Hierarchien der Überwachung neu geordnet und zu einem „friendly takeover“ umgedeutet.

http://bitnik.org

Im Rahmen von LICHTER Streetview findet vom 22.03 – 23.03. außerdem der Workshop “Surveillance Chess mit 2.4 Ghz” statt, den die !Mediengruppe Bitnik zusammen mit dem Künstler Benjamin Gaulon gestaltet. Die Teilnahme ist kostenlos.

on/off: Kopfkino

Das transnationale, in Berlin beheimatete, Netzwerk „on/off“ lädt Künstlerinnen und Künstler auf der ganzen Welt dazu ein, sich mit dem städtischen Raum zu befassen. Ihre Arbeiten und Projekte zeigen die unentwickelten Potenziale der Stadt und stellen die Frage nach ihrer Neuinterpretation und (Wieder-)Aneignung. Die performative Installation Kopfkino, die schon auf der Istanbul Biennale für Begeisterung sorgte, nutzt einfachste Materialien und Ressourcen wie eine Autobatterie, einen Projektor und einen Einkaufswagen. Es entsteht ein mobiles Projektionsgerät, mit dessen Hilfe die Bilder von Bewohnerinnen und Passanten auf die Straßen und Häuser der Stadt geworfen werden. Das bewegte Bild wird so selbst beweglich und vermittelt zwischen dem Maßstab der Stadt und dem ihrer Menschen.

http://onoffnetwork.wordpress.com

Nika Radic: 3 Windows

Die aus Zagreb stammende und in Berlin lebende Künstlerin Nika Radic geht in ihren Arbeiten nicht ohne Ironie ans Werk. Sie erforscht die verschwimmenden Grenzen zwischen öffentlichem Raum und Privatsphäre, zwischen Intimität und Voyeurismus. Bereits vor Jahren eroberte die 3-Kanal-Installation 3 Windows den Stadtraum Berlins und bereitete Schaulustigen das ambivalente Vergnügen, fremde Menschen hinter ihren Gardinen zu beobachten. Eine Situation, die auch als Anspielung auf Alfred Hitchcocks Klassiker Rear Window von 1954 verstanden werden kann. Radics Videoarbeiten verlassen den abgesicherten Kontext von Galerien und Ausstellungshäusern, um die Fassaden der Stadt zu erobern und auf ihnen die Geschichten ihrer Protagonisten zu erzählen.

http://nikaradic.com/index.html

Random City Intervention

Unter dem Titel »Random Revolution« präsentierte LICHTER 2012 erstmals eine gemeinsam mit Mitgliedern des OCCUPY:FRANKFURT Videoteams entwickelte Kurzfilmrolle. Mit »Random City Intervention« führen wir dieses Programm fort, diesmal zusammen mit den Kuratoren von FIESER HACKTIVISMUS und LIBERATION MOVIES.

»Random City Intervention« entreißt Kurzfilme aus ihrem Kontext und bringt sie an filmische Un-Orte: auf öffentliche Plätze. Online wird zu Offline, ein Film wird zum Clip, der Kurzfilm zur öffentlichen Kulisse. Dabei geht diese Intervention der Frage nach, wem die Städte gehören, was sie belebt – und was sie erstickt.

http://random-revolution.tumblr.com/
http://fieserhacktivismus.tumblr.com/
www.liberationmovies.net

Benjamin Gaulon: 2.4 Ghz

Benjamin Gaulon, auch bekannt unter dem Namen „Recyclism“, ist Künstler, Forscher und Dozent für Kunst und Design am National College in Dublin. Für das Projekt 2.4 Ghz zapft Gaulon mit erstaunlich geringem technischen Aufwand drahtlose Überwachungskameras an und macht diese Aufnahmen mit kleinen Monitoren öffentlich sichtbar. In verschiedenen Städten Europas sammelt er Aufnahmen von Orten und Plätzen, an denen die Signale der Kameras empfangen werden können. Anschließend werden diese Aufnahmen auf Monitoren gezeigt, die wiederum im öffentlichen Raum platziert werden. Die Arbeit Gaulons macht die Allgegenwart von Überwachungs- und Kontrollsystemen deutlich.

http://www.recyclism.com/twopointfour.php

Florian Egermann (MESO) & Thomas Eichhorn (NODE) "An Strahlen

Florian Egermann (MESO) und Thomas Eichhorn (NODE) stellen das Projekt “An Strahlen” vor. Dabei dienen ihnen weder Hausfassaden noch Leinwände als Projektionsfläche, sondern die Passanten selbst übernehmen diese Funktion. Aus einer Ladenzeile heraus wird ein Beamer Videoarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus dem NODE-Programm projizieren. Dieser Video-Loop wird allerdings zunächst nur als Strahlen wahrnehmbar sein, die sich zum bewegten Bild verwandeln können, sofern das Publikum der Aufforderung folgt und diese über am Rossmarkt bereit liegende Leinwände spontan herstellt.

http://metamute.de/an-strahlen/